Auf dem Karnischen Höhenweg

Meine Frau und ich haben uns auf eine Bergwoche von Hütte zu Hütte gefreut – den Berliner Höhenweg in den Zillertalern – und alle Hütten vorab gebucht sowie den Kartenverlauf des Weges genau studiert. Doch am Start in Finkenberg schüttet es. Wir disponieren kurzfristig um, fahren auf die Südseite des Alpenhauptkammes nach Osttirol und beginnen unvorbereitet den Karnischen Höhenweg.

Auf dem Gipfelkreuz Pfannspitze

Der ist weniger bekannt, aber lohnend zu entdecken und läuft auf der Staatsgrenze von Österreich und Italien. Heute als Friedensweg ausgewiesen, war er ebenso Frontlinie im Ersten Weltkrieg. Die Zeichen des Kampfes, wie Schützengräben und Soldatengräber, sind noch gegenwärtig.

Wir übernachten als erstes auf der wunderbar gelegenen Sillianer Hütte – mit Blick auf die berühmten Sextner Dolomiten – und gehen dann weiter. Auf der Pfannspitze will ich wie immer höher hinaus und besteige gleich noch das Gipfelkreuz.

Ronald und Tina in spiegelnder Scheibe

Nach zwei weiteren Übernachtungen auf Standschützen- und Porzehütte wird auch alpensüdseitig das Wetter schlecht; wir müssen leider abbrechen mit Abstieg nach Obertilliach. Schade zwar, aber wir können uns trotzdem noch im Spiegel anschauen und auf das Geleistete stolz sein.

Ronda Grande in Riva

Ronald am MTB über Riva

Wenn alljährlich das BIKE-Festival in Riva am Gardasee Ende April / Anfang Mai startet, dann weiß jeder Mountainbiker in (Süd)-Deutschland, Österreich, Norditalien und der Schweiz – die Saison ist eröffnet. Und jeder freut sich so damisch auf die super Festivalstimmung. Zum umfangreichen Rahmenprogramm gehört auch ein schöner Marathon. Ich nehme, weil noch früh im Jahr, die Ronda Grande mit 86 km Länge und 2.700 Höhenmetern unter die Stollen. Und es läuft richtig gut. Das liegt bestimmt auch an dem mir extra gestellten Vertex von Rocky Mountain. Mit so einem tollen Rad und dem richtigen Team-Outfit habe ich eine legale Extradosis an Ausdauer, Kraft und Motivation.

Saisonabschluß am Zugspitzblatt

Frühjahrsskifahren Zugspitzblatt

Bevor nach einer langen und schönen Ski- bzw. Skitourensaison die Bretter, die die weiße Welt bedeuten, entgültig in den Keller gestellt werden, gönnen meine Frau und ich uns noch einen Tag auf dem Zugspitzblatt zum Pisteln. Wenige andere Skifahrer, bestes Wetter und toller Schnee – zumindest bis mittags – garantieren einen wunderbaren Saisonabschluß. Jetzt darf der Frühling kommen.

Widderstein im magischen Licht

Widderstein im Morgenlicht

Wie im Vorjahr sind wir wieder als Kooperationspartner des Freeride Colleges unterwegs, diesmal in Warth-Schröcken. Es ist ein wirklich einmalig schönes Ski- und Freeridegebiet in den Lechtalern.

Warth wirbt mit seiner Schneesicherheit. Im langjährigen Durchschnitt würden pro Winter mehr als 11 m Schnee fallen. Glauben wir es einfach einmal. Diese Mengen liegen zwar gerade nicht, aber es langt auch so reichlich.

Auf Vorgipfel stehend, dahinter Breithorn

Beim morgendlichem Blick aus dem empfehlenswerten Hotel Adler am Hochtannbergpass hält mich nichts mehr: Der Hausberg Widderstein glänzt im magischen Licht, die Aufstiegsspur lockt verheißungsvoll. So einer Versuchung kann ich nicht widerstehen. Also die Tourenski raus und los. Auf einen kleinen Gipfel unterhalb des Hauptgipfels geht es nur mehr stapfend hoch. Und im Hintergrund leuchtet der markante Große Krottenkopf, der Grenzberg zwischen Österreich und Deutschland, mit meinem Grinsen um die Wette.

Geburtstagstour auf die Pleisen

Aufstieg Pleisenspitze in glatter Spur

Vor ein paar Tagen, Ende Dezember, hat es mich erwischt – der 40er. Mein rundes Geburtstagsfest feiere ich auf eine etwas andere Art und lade alle sportlichen bzw. willigen Freunde zur Feier und Übernachtung auf die Pleisenhütte (beim legendären „Pleisen Toni“) im Karwendel ein, zusammen mit meinem ebenfalls schon 40jährigen Freund Robsl. Zu unserer Überraschung folgen zwei Dutzend Leute tatsächlich der Einladung und nehmen den beschwerlichen, winterlichen Anstieg von Scharnitz auf sich.

Ronald Aufstieg Skitour Pleisenspitze

Doch zur heutigen gemeinsamen Tour auf den klassischen Skitourengipfel Pleisenspitze will dann nur mehr ein Viertel mit. Trotz Prachtwetter sind nämlich die Bedingungen heikel, die schon vorhandene Aufstiegsspur ist unheimlich glatt. Verdammt, ich habe die Harscheisen vergessen! Aber ich mache gute Miene und gehe auf den Skiern weiter voran, gerade heute will ich der Gefeierte sein.

Wir alle kommen sicher zum Gipfel hoch und wieder runter. Und danke an Tom für die schönen Bilder.

Umrundung des Peitlerkofels

Der Mensch braucht Traditionen bzw. Rituale. So lieben meine Frau und ich es seit Jahren im Herbst ein paar Tage im Villnöss in Südtirol in den Bergen zu wandern.

Am Wegweiser an der Peitlerscharte stehend

Das Tal wird von den wunderschönen Geisler Spitzen abgeschlossen. Es ist die Heimat des berühmten Reinhold Messners, der schon als Vierjähriger auf einem Gipfel gestanden sein soll. Wir wollen auch auf einen, suchen uns den markanten Peitlerkofel aus. Vom Würzjoch gehen wir zur Peitlerscharte. Die liegt nordseitig im Schatten und ist stark verschneit, ich muss Stufen treten.

In die verschneiten Berge schauend

Als wir endlich oben herauskommen, herrscht bester Sonnenschein. Aber der Gipfel bleibt uns heute verwehrt. Der frühe Wintereinbruch hat den Gipfelweg verschwinden lassen und wir heissen nicht Messner. Ist aber beides nicht schlimm. So umrunden wir den ganzen Peitlerkofel, geniessen die wunderbare Herbststimmung und haben beste Blicke auf Gadertal mit Fanesgruppe.

Ach ist das herrlich. Und diese traumhaften Berge werden immerda sein, auch wenn wir wieder gegangen sein werden.

Auf alten Militärwegen

Aus Erfahrung wird man klug! Waren Robsl und ich noch letztes Jahr zu spät dran im Jahr – siehe dazu meinen 2007er-Beitrag – fahren wir diesmal zu unserer traditionellen MTB-Woche über einen Monat früher los. Wir starten in Rovereto im Trentino.  Das Gebiet gehörte, wie hoffentlich bekannt, von 1804 bis 1919 zum österreichischen Kaiserreich. Wir fahren wie immer auf alten Militärwegen, diesmal auf von kuk-Militärs schon vor dem ersten Weltkrieg angelegten.

Ronald an gesprengter KuK-Feste

An der ehemaligen Feste delle Somme machen wir Rast. Nach Kriegende („Friedensvertrag“ von St. Germain 1919 mit Zuschlagung von Südtirol und Trentino an Italien) hatten die Sieger die österreichische Großbatterie gesprengt, auch um den vielen Stahl der Geschütztürme zu bergen. Die Feste sieht heute aus wie ein überdimensionales Gebiss mit vielen Zahnlücken.

Robsl auf Fahrweg zum Monte Maggio

Ich bin hin und her gerissen zwischen Faszination und Abscheu, was die Generation meiner Urgroßväter hier angerichtet hat. Robsl ist da pragmatischer und stürmt mit dem Bike den noch gut erhaltenen Weg voran zur Stellung am Monte Maggio.

Plakatwerbung mit mir

Plakatanschlag Oberammergau mit Bild Ronald

Im September vor einem Jahr bin ich den 5ten Ammergauer Alpencup Marathon mit bescheidenem Erfolg mitgefahren, siehe dazu auch meinen Blogbeitrag.

Was bin ich positiv überrascht nun an den Ortseingängen von Oberammergau in diesem Jahr mich als Motiv auf den Ankünderplakaten für die 6te Auflage zu sehen. Ich frage bei der Organisation nach: Sie hätten aus hunderten von Fotos zufällig das meinige augewählt!

Mein Ego ist dermassen gestreichelt, so dass ich mich schon vorab wie ein Sieger fühle – und verzichte auf die Teilnahme diesmal gerne.