Nächtliche Wiederholungstäter am Scheinberg

Es ist alles wie vor über drei Jahren. Wieder gehen meine Frau und ich nachts mit Stirnlampen auf die Scheinbergspitze, erleben wieder alleine am Gipfel den Sonnenaufgang. Auch die damals gemachten Fotos könnten wir wieder verwenden, siehe den ausführlichen Bildbericht von Pfingsten 2020.

Morgendämmerung Scheinbergspitze

Und doch bleibt es jedesmal ein großartiges äusseres und inneres Erlebnis, wenn die Morgendämmerung am Horizont über den Bergen aufzieht.

Retro-Radtour an Lech, Inn und Isar

Meine Lech-Inn-Isar Radtour in vier Tagen – bewältigt mit meinem alten italienischen Stahl-Rennrad von 1988 und ausgestattet mit einer Campagnolo-Gruppe von 1999 sowie neuen Gepäcktaschen – ist eine runde Sache gewesen.

Alter Wassertanklaster am Hauptplatz von Landsberg am Lech

Von Landsberg immer dem Lech aufwärts folgend bis Füssen, dann durch das Tiroler Lechtal über Warth bis zum Quellgebiet am Formarinsee an der Freiburger Hütte ging es in den ersten beiden Tagen.

Formarinsee und Rote Wand

Dann weiter über den Arlberg und ab Landeck immer am Inn entlang bis Innsbruck, zum Schluss von Jenbach an den Achensee hinauf und über Bad Tölz zurück an den letzten beiden Tagen.

Auf der Innbrücke zwischen der Altstadt von Innsbruck und Maraihilf

Das sind im Old-School-Style bzw. in Retro-Manier schöne 500 Kilometer Strecke mit 5.000 Aufstiegshöhenmetern im Gesamten geworden.

Am Marktbrunnen von Bad Tölz

Nur die Schotterstraße zur Freiburger Hütte und die bis zu 20 % steile Kasbachstraße nach Maurach waren mit der etwas veralteten Übersetzung – und den ebensolchen Knochen – harte Brocken.

Reinebringen sehen, besteigen und schwitzen

Unseren zweiwöchigen Sommerurlaub verbringen wir diesmal über dem nördlichen Polarkreis. Es ist eine Rundreise über mehrere norwegische Inseln mit dem Schwerpunkt der Lofoten, zu welchen ich auch einen gesonderten Reisebericht verfasst habe.

Blick vom Reinebringen auf den Lofoten

Das wohl bekannteste Fotomotiv der Lofoten – ja vielleicht von ganz Norwegen – wollen wir auch machen. Es ist der Blick vom Reinebringen auf den Fischerort Reine inklusive Fjord und die umliegenden Berge. Doch ohne Fleiß kein Preis. Die Besteigung erfolgt über steile 1.600 Granitstufen, die in den letzten Jahren von nepalesischen Sherpas verlegt wurden. Zudem sind wir wahrlich nicht die einzigen, die an diesem heute so ungewöhnlich warmen und wolkenlosen Tag diese Anstrengung auf sich nehmen. Für diesen Blick, für dieses Motiv, lohnt sich jedoch wirklich jeder vegossene Tropfen Schweiß.

Sóller – eine kurze und harte Runde fahren

Diese kurze, jedoch höhenmetermässig harte Runde auf Mallorca wollte ich schon lange mit dem Rennrad drehen. Heute hat es endlich geklappt, weil nicht sehr warm und immer wieder bewölkt, damit bei idealen Bedingungen.

Port de Sóller

Los geht es auf Meereshöhe in Port de Sóller, an der gleichnamigen schönen Stadt vorbei auf den Coll de Sóller, hinunter nach Bunyola und dort über die bekannte Bergstrecke Orient weiter nach Llostea – dabei den Minipass de Tofla auch noch mitnehmend – zum Coll de sa Bataia.

Coll-de-Sa-Battia auf Mallorca

Die nun folgende Westküstenstraße Ma-10 durch die Serra de Tramuntana schenkt immer wieder die pure Freude am Fahren und gilt zurecht als eine der schönsten Traumstraßen der Welt, auch für Motorrad- und Cabriofahrer. Was nun folgt ist jedem Kenner klar. Ich biege ab an einem Aquädukt zu Sa Calobra, einer von mir schon ausführlich beschriebenen Strecke.

Nach deren Bewältigung geht es wieder auf der Ma-10 weiter am Cúber Stausee vorbei zum Coll de Puig Major und dann in schneller Abfahrt auf bestem und breiten Asphaltbelag zurück nach Port de Sóller. Diese 120 Kilometer Runde glänzt mit 2.900 Höhenmetern im Aufstieg. Die wohlverdiente Portion Spaghetti mit Muscheln in einem der Hafenrestaurants lasse ich mir zufrieden munden.

Auf Rundtour durch die Fränkische

Nach langer Zeit bin ich mal wieder in Franken. Und da bietet es sich an mit dem Rennrad auf große Rundtour zu gehen durch die Fränkische Schweiz, welche von den Einheimischen nur verkürzt Fränkische genannt und innig geliebt wird.

Schloß Greifenstein über Neumühle

Die hat auch wirklich einiges zu bieten: Wunderschöne Ortschaften und Burgen, Täler mit mäandrierenden Flußläufen, auch Steigungen und damit Abfahrten, pittoreske Felsformationen (von Kletterern hochgeschätzt!) sowie die wohl höchste Brauereidichte weltweit (diese Tatsache ist der ganze Stolz der Einheimischen).

Ich gehe es von Westen aus an, genauer von Eggolsheim her hinauf über Frankendorf und wieder hinunter nach Tiefenpölz, unterhalb von Schloß Greifenstein bei Heiligenstadt nach Aufseß (der Miniort hat drei Braustätten), weiter nach Hollfeld, über Waischenfeld auf das Juraplateau und dann abwärts nach Pottenstein.

Felsendorf Tüchersfeld in der Fränkischen Schweiz

Der Ort wird im Dialekt Boddensta ausgesprochen, da der gemeine Franke bekanntlich besonders die Konsonanten K, P und T beugt. Etwas weiter findet sich eine imposante Felsnadel in Tüchersfeld im Püttlachtal – ich verzichte auf die fränkische, weil vorstellbare Ausdrucksweise dieser Eigennamen – und gleite ab Behringersmühle durch das Obere Wiesenttal bis Ebermannstadt.

Dann geht es wieder hinauf zum Feuerstein und der gleichnamigen Burg, nach der sogenannten langen Meile wieder in ein paar Serpentinen hinunter nach Drosendorf und zurück. Die Runde hat 113 km Wegstrecke mit über 1.300 Höhenmetern, welche ich nicht unzufrieden in unter vier Stunden Fahrzeit  bewältigen konnte. Der Franke würde als höchstes Lob dazu nur sagen: „Bassd scho!“

Skaten rund um den winterlichen Kalbelesee

Langlaufen bzw. Skaten ist das optimale Wintertraining für Radsportler. Und Spaß macht es obendrein, vor allem bei hervorragenden Schnee- und Loipenbedingungen, welche in diesem Winter zumeist nur in Hochlagen zu finden sind. Am Hochtannbergpass – auf 1.650 Meter über Meeresniveau – ist dies alles ideal gegeben, dazu noch in landschaftlich wunderschöner Szenerie.

Skaten rund um den Kalbelesee

Ich skate um den zugeschneiten Kalbelesee, nehme auch die Abfahrt zur Jägeralpe Richtung Warth mit und kämpfe mich wieder hinauf über Hochkrumbach zum Hochtannbergpass. Ein wirklich gutes (Höhen-)Training. Und ein etwas merkwürdiges Déjà-vu-Erlebnis für mich, denn vor über sieben Monaten bin ich über diesen Pass noch mit dem Rennrad gefahren bei hochsommerlichen Bedingungen im Rahmen der Veranstaltung Rad-Marathon Tannheimer Tal.

Naviser Kreuzjöchl mit Wind und wenig Schnee

Es ist noch nicht gar nicht so lange her, dass ich auf meiner sommerlichen Wipptal-Runde mit dem Rennrad auch im schönen Navis gewesen bin. Und nun ist es schon Januar und ich wieder hier mit Freunden bei leidlichen Schnee- und Skitourenverhältnissen, d.h. unten hat es eine geringe Auflage im Wald und droben Warnstufe 3.

Auftstieg zum Naviser Kreuzjöchl

Da ist ein bewährtes und beliebtes, nicht allzu schweres Ziel das Naviser Kreuzjöchl (2.536 m) in den Tuxer Alpen. Im mittleren Teil des Aufstiegs hat man – in seinem Rücken – eine grandiose Aussicht Richtung Norden auf das unter einem liegende Naviser- und das Wipptal, dahinter thronen die Stubaier, u.a. die markanten Berge Habicht und Serles.

Durch den wenigen Schnee am langen Grad zum Gipfel und vor allem den sehr starken Wind ist der letzte Teil des Aufstiegs doch nicht so einfach zu bewältigen wie auf dem Tourentipp-Portal beschrieben bzw. dort im Bild mit breiter Skispur zu sehen. Auf der abgeblasenen schiefen Ebene habe ich heute ein bisschen zu kämpfen wahrend der Bergführerfreund schon fast das Gipfelkreuz erreicht hat.

Der Gipfelgrad des Naviser Kreuzjöchls

Gemeinsam geht es dann wieder auf die Abfahrt, wobei wir den steilen östlichen Gipfelhang bewußt nicht befahren. Der Schnee ist insgesamt nicht ideal, dafür das Wetter prachtvoll und wir kommen alle wieder gesund unten an – was will man mehr bei diesen Verhältnissen.

 

Jungfernfahrt über den Lechhöhenweg

Kaum wartet man ein paar Tage – genauer gesagt von der Bestellung im März bis zu versprochenen Auslieferung im Juli und der tatsächlichen dann im November – und schon kann man ein chiques neues Race-Hardtail sein Eigen nennen, genauer bezeichnet als das MTB-Topmodell Elite C:62 von Cube.

Ich könne mich noch freuen, dies sei bei der derzeitigen Liefersituation in der gesamten Radbranche ganz normal, versichert mir mein örtlicher Fahrradhändler. Zudem liege bei allen Beteiligten der Schwerpunkt aller Bemühungen auf elektrisch unterstützenden Antrieben, so ein „Bio-Bolide“ wie der meinige sei schon in der Minderheit. Kurze Irritation meinerseits.

Glücklicherweise herrscht heute mildes, föhniges Spätherbstwetter. Somit kann mit meinem neuen Carbon-Gefährt zur trockenen Jungfernfahrt über den laubleuchtenden Lech-Höhenweg antreten.

Cube Elite C:620 MTB-Harttail